Einleitung und Erklärungen zu den Pressemitteilungen

2013-08-01 Festival-Today der shz

Der Ort, an dem das Gute siegt

Die Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf (SSK) ist zum zweiten Mal beim W:O:A dabei – und hat im Wackinger Village noch mehr zu bieten.

WackenIrgendwie können sie es noch gar nicht richtig fassen, aber sie wissen, dass sie es können – und was am wichtigsten ist: Sie sind kampfbereit. Auch in diesem Jahr macht sich die Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf (SSK) aus Henstedt-Ulzburg im begehrten Wackinger Village breit. Aufgrund der Erfahrungen, die die Schule im letzten Jahr sammeln konnte, gehen die SSK-Organisatoren dieses Mal alles ein wenig gelassener an – aber dennoch muss seit Monaten ei-ne Masse an Arbeit gestemmt werden, um fit für Wacken zu sein. Wenn bei den Kämpfen auch fast nur improvisiert wird, so muss der gesamte Wacken-Auftritt doch gut durchdacht und geplant werden, zumal die SSK längst nicht nur ein extra für das W:O:A ausgearbeitetes Schwertschaukampf-Spektakel aufführt. Auch Schau-kämpfe mit unterschiedlichen Waffengattungen und Walking Acts, Schnupper-Trainings und die beliebten Bruchenball-Turniere gehören dazu, bei denen in langen Unterhosen, den Bruchen, ein riesiger, mit Stroh und Tannenzapfen gefüllter, bis zu 80 Kilo schwerer Ball ins gegnerische Tor gerollt werden muss. Schubsen und Drängeln inklusive. Zusätzlich gibt es auch noch die Heerlager, in de-nen die Kämpfer wohnen, es-sen und schlafen und die im Vorwege bis ins kleinste Detail geplant werden. Zwar füllt die SSK nicht das ganze Wackinger Village aus, aber einen sehr großen Teil davon – eine große Herausforderung für das Orga-Team um SSK-Chef Heiko Schulze (43).

Mit 120 Männern und Frauen rückt die Schule an. „Es ist eine Heidenarbeit – aber wir hatten 2012 auch alle einen Heiden-spaß“, sagt Chris Tomasina, die für die Bruchenball-Orga zu-ständig ist. „Dieses Jahr sind unsere Aufgaben noch vielfältiger, deshalb ruht mehr Verantwortung auf unseren Schultern.“ Larissa Landahl, die unter anderem die Medienbetreuung übernimmt, ergänzt: „Wir bieten ungefähr das Fünffache vom vergangenen Jahr. Im Grunde machen wir jede Stunde etwas.“ Zwar seien längst nicht alle von ihnen Heavy-Metal-Fans, doch man passe gut zusammen, und egal, was die SSKler in Wacken erwartet – sie sind auf alles vorbereitet. „Letztes Jahr haben wir das Wetter einfach für eine Riesen-Schlammschlacht genutzt, alles ganz spontan“, sagt Tomasina. Laut Heiko Schulzes Frau Doreen, die die Küchen-Orga in der Hand hat, war die Premiere 2012 ein Erfolg. Es stecke vor allem viel Logistik hinter der W:O:A-Teilnahme. 


„3,5 Tonnen schleppen wir mit uns rum“, betont sie. In Wacken dabei sein zu dürfen, sei eine gute Referenz – dass sie dort gelandet sind, war aber eher Zufall: Sie wurden von einer Auszubildenden des letztjährigen Wackinger-Villa-ge-Organisators in einem Itzehoer Einkaufszentrum entdeckt, wo die Schule einen Aktionstag anbot. Normalerweise sind die SSKler auf Mittelaltermärkten in ganz Deutschland unterwegs. Gegründet wurde die Schule 2006, hat heute 140 Aktive. Für Auftritte werden oft ehemalige Schüler – über 600 wurden in Kursen ausgebildet – zusammengetrommelt, um eine große Truppe zu haben. Die Schule hat sieben Standorte (unter anderem in Flensburg, Neumünster, Pin-neberg, Elmshorn) und bietet regelmäßig Schwertschaukampf-Kurse an. „Was wir machen, ist in erster Linie ein Sport, es zählen nicht die Treffer, sondern die Schau – es ist wie ein Schauspiel“, erklärt Landahl. „Aus dem Sport sind Auftritte gewachsen und irgendwann haben wir eigene Zelte fürs Heerlager besorgt, heute versorgen wir uns selbst.“ Gesessen, geredet, gesungen und gekocht werde an echten Feuerstellen, alle tragen Mittelalter-Gewandungen, alles soll so echt wie möglich sein. Deshalb gibt es bei den Kämpfen keine starren Choreografien, „es steht als Rahmenhandlung nur fest, wer stirbt – meist siegt das Gute“, so Landahl. Und es gelte immer: „Mit null Promille an die Klinge.“ Übrigens: Das Heerlager gehört offiziell nicht zum Wackinger-Village-Programm, Metalheads dürfen es sich aber gern genauer anschauen, „und sich mit ihrem Bier zu uns setzen“, so Landahl. Wohlfühlen werden sie sich dort bestimmt, denn: „Wir sind ein Sammelsurium außergewöhnlicher Menschen. Ob Ärztin, Handwerker, Staatsanwalt oder IT-Mensch – alle blühen auf mit dem, was sie machen.“ ANNA KAHL

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