Schwertschaukampf eine Extremsportart?

altNatürlich können immer Unfälle passieren. Wir versuchen jedoch durch bestimmte einfache Techniken das Risiko erheblich zu reduzieren.

Sollte es doch einmal zu einer Verletzung gekommen sein, wird genau analysiert, ob und wie dieser Unfall in Zukunft verhindert werden kann. Daher ist Schwertschaukampf nach den Regeln der Schule... 

 für mittelalterlichen Schwertschaukampf (SSK) unserer Meinung nach keine Extremsportart!

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Aufgrund der besonderen Original-Techniken, den Sicherheitsregeln und der Schutzhandschuhe kommt es bei dieser Art von Schwertschaukampf nach SSK-Regeln kaum zu ernst nehmenden Verletzungen. Im Vergleich zu den möglichen Verletzungen bei z.B. Hobbyfussballspieler ist unsere Verletzungsquote erheblich geringer. Kurios: Wir haben teilweise beim Aufwärmen schlimmere Unfälle gehabt als beim Kämpfen selbst.

 

Zwei KämpferEin Teilnehmer kommt regelmäßig in unsere Anfängerkurse. Er erzählte, dass wir (seiner Meinung nach) den höchsten Sicherheitsstandard haben. Dabei kennt er breits fünf unterschiedliche Vereine.

Hier die einzelnen Verletzungen in einem Zeitraum von über 5 Jahren bei geschätzten 750 ausgebildeten Personen und über 120 Gruppentrainings mit jeweils mindestens 20 Personen und unzähligen privaten Einzeltrainings. Hier die Verletzungen und in Klammern die Gründe, wie es dazu gekommen war bzw unsere Gegenmaßnahmen: 

  • Eine Gehirnerschütterung
    (Beim Aufwärmen mit einem Basketball ausgerutscht und auf den Hinterkopf gefallen)
  • Eine Knochenhautablösung
    (Seit dem sind Handschuhe mit Panzerung Pflicht)
  • Riss des Daumennagels
    (Es waren keine ausreichend gepanzerten Handschuhe vorhanden.)
  • Verstauchungen
    (Beim Kämpfen auf dem Rasen in ein Loch getreten)
  • Zerrungen
    (seit dem wird regelmäßig Aufwärmtraining betrieben)
  • Muskelhautriss
    (Stolpern und Stich auf einen Oberschenkel)
  • Riss von Schulterbänder bei einer Flugrolle wegen nicht ausreichendem Platz beim Landen
    (mehr Vorsicht bei solchen Stunts, Rückenprotektoren werden immer mehr angeraten)
  • Schulterprellung durch nicht korrekt eingestelle Rüstung
    (Es dürfen nur noch persönlich eingestelle Rüstungen verwendet werden)
  • Geprelltes Knie beim beabsichtigten Sturz  
    (Knieschoner wurden für die Schule erworben und werden dringend bei Stürzen üben empfohlen)
  • Platzwunden an der Stirn
    (Lederkappen und Helme werden entwickelt und erprobt)
  • Gebrochener Zeh beim Tritt des Partners
    (es werden feste moderene Schuhe mit dicker Sohle empfohlen)
  • gebrochene Beine (Herbst 2010)
    (beim Aufwärmen mit einem Basketball)
  • Verletzung mit der eigenen Parierstange bei einer Parade
    (beim Abgleiten rückwärts zu früh gestartet - mehr Ruhe beim Kämpfen)
  • Schnitt am Kinn
    (Bei Kämpfen nicht auf den Hintergrund geachtet. Wird nun besonders trainiert.)

 

Bis auf einige blaue Flecke und Schrammen hat es nach dem derzeitigen Kenntnisstand (12/2011) keine weiteren Unfälle gegeben.

 

Unter Berücksichtigung, dass

  • Schwerter gefährliche Waffen sind,
  • stark und schnell zugeschlagen werden kann und dass
  • viele unterschiedliche Personen (gerade auch Anfänger) gekämpft haben

 

 

ist diese Unfallbilanz ein sehr gutes Ergebnis.


Es zeigt, dass die stetigen Sicherheitsbemühungen gewirkt haben und erfolgreich waren. Jeden neuen Unfall nehmen wir zum Anlass, unsere Technik zu überdenken, um jedes weitere Unfallrisiko zu minimieren.

Die Ursache für die sehr gute Unfallbilanz kann folgenden Gründe haben:

  • Gleich am Anfang des Grundlagenkurses Unterrichts wird ausdrücklich auf die Gefährlichkeit und des Verletzungspotentionals der Waffen eindringlich und unmissverständlich hingewiesen.
  • Die Sicherheit geht vor Allem. Gleich zu Anfang gibt es die Warnung: Sollte sich jemand in den Kursen nicht an unsere Regeln halten, kann diese Person sofort von Unterricht ausgeschlossen werden. Entsprechende Absprachen gibt es mit jeder Volkshochschule.
  • Hier kämpfen nicht zwei Gegner gegeneinander sondern Partner miteinander. Es wird keinerlei Wettkämpfe bezüglich Geschwindigkeit und Treffer geben. Das ist nicht das Ziel von Schwertschaukampf. Das Ziel ist der schöne, interessante, kraftvolle und vor allem sichere Kampf .
  • Die Grundtechniken werden langsam und gründlich mit den Pompfen (siehe Link: Übungsschwerter) einstudiert.
  • Der Kampf ist das Ziel und nicht das Treffen des Partners. Kann der Partner einen Angriff nicht korrekt parieren, hat oftmals der Angreifer die Schuld nicht der Angegriffene. Das klare Anzeigen und das weite, lange Ausholen sind für das sichere Parieren die Grundlagen.
  • Die Waffen müssen jederzeit stoppbar sein. Das heißt, die Waffe muss jederzeit unter Kontrolle sein und der Angriff muss jederzeit beendbar sein. Das wird an der Wand und an Personen geübt.
  • Die Spitze des Schwertes muss immer weit weg von dem Körper des Kampfpartners sein. Eine Verteidigung darf niemals zur Verletzung des Partners führen.
  • Kämpfe müssen jederzeit beendet werden können. Vor allem bei schlechter Sicht, Schmerzen, Seitenstiche, Erschöpfung etc. Eine Überlastung sollte vermieden werden.
  • Beide Kämpfer haben beim Kämpfen auf das Umfeld zu achten, damit z.B. der Kämpfer nicht stolpert oder umstehende Personen verletzt werden. Auf Hindernisse muss im Kampf hingewiesen werden.
  • Die Parade muss den Angriff unter allen Umständen stoppen können. Eine Parade muss daher so gewaltig ausgeführt werden wie der Angriff.

 

Unter Berücksichtigung all dieser Regeln ist der Sport Schwertschaukampf nach SSK-Regeln eine relativ sichere und unfallarme Sportart. Obwohl jederzeit und immer ein Unfall passieren kann, ist dieser Sport nach unseren Regeln unserer Meinung nach auf gar keinen Fall zu einer Extremsportart zu zählen.

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