2011-05-21 Wassenberg mit EVA

Eva mit PapaMeine Tochter EVA lebt in der Nähe von Aachen. In einem kleinen Ort in der Nähe von Aachen, in dem sich Fuchs und Has' gute Nacht sagen, um es genau zu beschreiben. Nach der Trennung von meiner Frau wurde EVA in diese Gegend gebracht, in der die Autobahn direkt an einem Acker endet...


Ich halte seit über 5 Jahren regelmäßig Kontakt zu Eva und fahre so oft ich kann, möglichst alle 14 Tage, die fast 500 km lange Strecke zu ihr. Und 500 km zurück. SSK ist ein großer Teil von mir und da ich meiner Tochter gern viel von meinem Leben zeigen möchte, wollte ich ihr gern mein größtes Hobby vorstellen. Nur wie?

"Wenn das Kind nicht auf dem Markt zu SSK kommen kann, dann kommt der Markt mit SSK eben einfach zum Kind." Und so stellte ich meinen Wunsch bei der Jahresabschlussbesprechung 2010 vor. Vielleicht würde ja jemand auf einen so weit entfernten Markt mitkommen?!

Seit einiger Zeit klappten die Besuchswochenenden mit Eva nicht gut. Es konnte sein, dass sie nicht vor die Tür kommen wollte, wenn ich sie zum Spielen abholen kam. Einige Male bin ich den weiten Weg gefahren und habe nur ein paar Minuten mit EVA reden können. Und musste dann leider traurig und unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren. Die Idee mit dem Markt in 2011 stand daher auf sehr wackligen Beinen. Was, wenn nun EVA genau an diesem Wochenende nicht würde mitkommen wollen? Daher verfolgte ich diese Idee einige Zeit nicht weiter.


Solange, bis mich Ralf A. ansprach und sich nach dem genauen Termin erkundigte. Er würde auf jeden Fall mitfahren. Also fingen wir mit der Planung an. 17 Personen nahmen schließlich Urlaub und meldeten sich für die lange Fahrt zum MPS Wassenberg an. Wassenberg liegt ca. 470 km von Hamburg entfernt und nur 20 km von EVA. Und der Termin lag obendrein genau auf einem EVA-Wochenende!!!

Manuela und Samson kamen am Donnerstagabend und luden noch ihre Sachen mit auf den bereits überfüllten großen SSK-Anhänger. Am Freitag früh um 2 Uhr morgen läuteten die Wecker und um 3 Uhr rollte das Gespann auf die Autobahn. Schon nach den ersten Kilometern zeigte sich, dass der Anhänger scheinbar schlecht gepackt war. Obwohl er für eine Geschwindigkeit von 100 km/h zugelassen ist, konnten wir kaum schneller als 75 km/h fahren, ohne dass er zu schlingern begann. Dennoch waren wir nach 7 Stunden Fahrt pünktlich zur Platzvergabe um 10 Uhr auf dem Markt.

Ein Zeltplatz für 17 Personen und 8 Zelte wurde besorgt. Manuela, Doreen, Samson, Volker und ich stellten Zelte, Sonnensegel, Tische und Bänke auf. Es war brütend heiß und die Sonne brannte von dem wolkenfreien Himmel. Erst am späten Nachmittag trafen die nächsten Kämpfer in Wassenberg an. Floh und Stefan, Ralf und Anna-Thea und Frauke und Thomas kamen mit kurzem Abstand auf dem Markt an. Ganz bitter traf es Gitte und Franz, Deborah und Daniel, welche auf der Autobahn liegenblieben und mehrfach den ADAC bemühen mussten. Letztendlich fuhren sie mit einem Leihwagen auf den Plan, da das Auto von Franz mit Sammeltransporter nach Hamburg gebracht werden musste.

Um 18:00 Uhr am Freitag wollte ich wie vereinbart EVA von zuhause abholen. Doch EVA war nicht bereit. Sie müsse noch Schularbeiten machen, aufräumen, ähm… vielleicht die Sachen packen, ähm… ist nicht darauf vorbereitet, ähm… wohin sollte es noch gehen…?

Hallo, worüber redete ich denn seit den letzten 3 Besuchswochenenden? Ich sprach fast eine halbe Stunde mit ihr und fuhr dann mit einem Kloß im Hals wieder zum Markt. Ich schalt mich einen Narren: "Es war ja abzusehen, dass es mit dem Markt und EVA nicht klappen würde. Nicht weiter darüber nachdenken. Einfach nur weiter machen."

Irgendjemand hatte eine sensationelle Idee: Lasst uns das nächste Schwimmbad aufsuchen und dort duschen. Per Smartphone das nächste Schwimmbad finden und anrufen war leicht. Und dann wurde es abenteuerlich. „Seit ihr Teilnehmer auf dem Markt von MPS?“ „Ja, wir sind die Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf aus Hamburg.“ „Ihr seit hier? Das ist ja unglaublich.“ „Was?“ „Ihr seid hier so etwas wie eine kleine Berühmtheit.“ „OK…?“ „Los kommt vorbei. Der Eintritt kostet nur 3,50 Euro“ …

Was dann an der Kasse passierte, ist so unglaublich und sensationell, dass wir es hier leider nicht beschreiben können. Der Fürst war auf jeden Fall vollkommen begeistert und benahm sich infolgedessen entsprechend. Näheres muss persönlich erfragt werden.

Samstag war ich pünktlich um 8:00 Uhr bei EVA – und konnte sie abholen!  Zwar musste ich noch 45 Minuten warten (Frauen!!!), aber sie kam mit. Wir kauften noch gemeinsam Apfelschorle und etwas Grillfleisch ein und fuhren dann zum Markt. Die Zufahrtsstraßen zum Markt waren bereits gesperrt und so zirkelte ich den Wagen rückwärts so nah wie möglich zum Markt. Fast alle Kämpfer kamen zum Ausladen und begrüßten EVA artig mit Handschlag.

Was ist denn hier los? Selbst Daniel begrüßte EVA ganz vorsichtig und zurückhaltend. Erst später erfuhr ich, dass Doreen um etwas Zurückhaltung gebeten hat. Und das war genau richtig so. Ich parkte den Wagen auf einen außerhalb gelegenen Parkplatz und freute mich wie ein Schneekönig. EVA ist auf dem Plan und sie kann SSK kennenlernen! Mein Wunsch ging in Erfüllung. EVA sollte nun auch das gesamte Lagerleben kennen lernen.

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Also auch die Besprechungen mit MPS. Der Samstag im strahlenden Sonnenschein war so schnell vorbei, dass ich kaum noch einzelne Erinnerungen daran habe. Abends wurden Geschichten erzählt, Lieder gesungen und der Geburtstag von Manuela gefeiert.

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Am Sonntagmorgen regnete es. Es darf doch nicht wahr sein.... Gleich der erste Markt der Saison 2011 – und die Zelte hatten in Stove (Sept. 2010 Marktabbruch wegen sintflutartigen Regenfällen und "Unbespielbarkeit" des Platzes)  genug gelitten. Und nun endlich ein Markt mit EVA und schon wieder Regen. Doch die Panik war überflüssig. Gegen 8 Uhr hörte der Regen auf und um 9 Uhr war die Sonne wieder da. Und die Zelte konnten bei viel Wind trocknen. Es war schon fast zu viel Wind. EVA hat an diesem Wochenende wirklich alles mitbekommen: Die Hitze zum Mittag, die Kälte am Abend. Sonne, Regen und reichlich Wind, einen schönen gemütlichen Abend.
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Ich brachte EVA am Sonntag um 18:00 wieder nach Hause. Auf der Rückfahrt schwieg sie viel. Sie kam mir vor, als wenn sie voller Eindrücke war, die sie erst einmal verarbeiten musste. Sie hatte so viele wundervolle Menschen von SSK kennengelernt und nach einer Weile zählten wir gemeinsam die Namen und die Erlebnisse mit den Menschen auf. Sie kann nun wirklich verstehen, wie es auf einem Markt zugehen kann. Vielleicht kann sie auf einem der nächsten Märkte wieder mit dabei sein.

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Ich würde mich darüber so freuen.

Der Abbau des Marktes begann Sonntag um 19:30, um 20:00 Uhr holten wir die Fahrzeuge. Um ca. 21:30 war alles verpackt, "Gruppenkuscheln" in der Abschiedsrunde, und dann ging es auf die lange Heimfahrt. Um ca. 5:30 rollten wir von der Autobahn nach Henstedt-Ulzburg. Es wurden noch die wichtigsten Sachen vom Anhänger geholt und dann ging es ins Bett. Was für ein Aufwand.

Was für ein geniales Wochenende

 

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