Achtung vor Zecken - Sie können überall sein.

Nur noch zwei Märkte und dann ist die Saison 2016 zu Ende. Doch als wir zum Fotografieren auf einen Reithof in der Nähe von Wesel gefahren sind, wurden wir Opfer einer Zecke. Trotz Jeans und langen Strümpfen. Hier sind einige Fotos und viele Informationen davon. 

 


Der Stich war komplett schmerzlos. Erst beim abendlichen Duschen war plötzlich in der Kniekehle eine Stelle mit einem schwarzen Punkt. Es sah wie ein kleiner Pickel mit Schorf aus. Nur der Schorf ließ sich nicht abkratzen. Es war der Körper der Zecke. Mit einer Zeckenzange haben wir nun versucht, die Zecke zu entfernen. Doch sie hatte sich so fest in der Haut eingegraben, so dass sie zerriss. Der Kopf blieb in der Haut.

So blieb uns nichts übrig, als spät abends noch ins Krankenhaus nach Düsseldorf zu fahren und dort mit einer Wartezeit von drei Stunden den Rest der Zecke entfernen zu lassen. 

Nun scheint es, dass alles gut gegangen ist. Doch die Erfahrung bleibt. 

Passt einfach gut auch Euch auf. 

Hier kommen nun einige Informationen aus dem Internet

Zecken brauchen ein Klima, das hohe Luftfeuchtigkeit und relative Wärme verspricht. Die Zeckensaison geht normalerweise von März bis Oktober.

Ideale Bedingungen bieten Waldränder und Waldlichtungen mit hochgewachsenen Gräsern. Auch an Bachrändern mit entsprechendem Bewuchs sind sie zu finden.
In Laub- oder Mischwald ohne grasigen oder krautigen Unterwuchs fühlen sich Zecken ebenfalls wohl.
Besonders viele erwachsene Zecken finden sich oft auf Gräsern oder krautigen Pflanzen an Wegrändern. Hier sind sie eine besondere Gefahr für Spaziergänger und Jogger.

Der beste Schutz gegen Borreliose ist das gründliche Absuchen des Körpers und eine möglichst schnelle Entfernung von Zecken. Einen Impfstoff gegen Borreliose gibt es zur Zeit noch nicht.

Entdeckt man eine saugende Zecke in der Haut, sollte nicht zu lange gezögert werden. Ein begonnener Waldspaziergang muss zwar nicht direkt abgebrochen werden - doch allzu lange sollte mit der Entfernung der Zecke nicht gewartet werden. Denn: je länger der Saugvorgang anhält, desto wahrscheinlicher ist eine Übertragung von Krankheitserregern. Deshalb sollte man bei Spaziergängen im Freien ein Werkzeug seiner Wahl zur Entfernung von Zecken mit sich führen - so ist eine schnelle Entfernung vor Ort gewährleistet. Bis es zu einer Infektion mit Borreliose-Bakterien kommt, vergehen im Schnitt 12-24 Stunden. Die Übertragung von FSME-Viren beginnt dagegen direkt nach dem Zeckenstich, da sich das Virus in den Speicheldrüsen der Zecke befindet.(See attached file: IMGP7393.JPG)


http://dieterhassler.de/index.php?id=7

Was tun nach Zeckenstich?
PD Dr. Dieter Hassler

Ein paar grundsätzliche Bemerkungen zu Zecken:

  1. Zecken fallen nicht von Bäumen, sie sitzen in maximal 1 m Höhe im Gras oder auf anderen Pflanzen.
  2. Zecken können nicht riechen. Sie orientieren sich an Wärmestrahlung (Infrarot) und CO2, beides nehmen sie mit einem speziellen Sinnesorgan an den Vorderbeinen war.
  3. Lange Kleider oder Hüte schützen nicht. Die Zecke krabbelt meist von den Schuhen oder den Hosenbeinen aus nach oben und sucht oft stundenlang nach einem geeigneten Ort zum Stich.
  4. Zecken beißen nicht, sie stechen. Zum Beißen braucht man Ober- und Unterkiefer, Zecken haben aber nur eine Art Saugapparat, das Hypostom.
  5. Zecken haben mehrere Entwicklungsstadien. Aus dem Ei schlüpft die 0,8 mm große Larve, diese braucht eine erste Blutmahlzeit (in der Regel auf Mäusen), bevor sie sich zur Nymphe häutet. Die Nymphe ist etwa 1,5-2 mm groß. Sie saugt erneut Blut, bevor sie sich zum erwachsenen Zeckentier häuten kann. Erwachsene Zecken sind 2,5 (Männchen) bis 4,5 mm (Weibchen) groß.
  6. An Menschen werden zu 80% Nymphen gefunden. Da diese nur 1,5 mm groß sind, sind Pinzetten jeder Art ebenso wie Zeckenzangen zur Entfernung ungeeignet!
  7. Borrelien liegen im Mitteldarm der Zecke. Nach Beginn des Blutsaugens beginnen diese ihren Stoffwechsel zu aktivieren. Erst nach etwa 24 Stunden wandern sie aktiv in die Speicheldrüsen der Zecke ein. Erst dann wird sie normalerweise in die Stichwunde übertragen.
  8. Wird die Zecke (etwa durch eine Pinzette) gequetscht, kann der Erreger auch vorher in die Wunde gelangen. Entscheidend ist also: Zecke niemals quetschen.
  9. Öl oder Klebstoff sind verboten, da die Zecke dann vermehrt Sekrete in die Wunde abgibt.

Nach dem Zeckenstich:

  1. Keine Panik! Auch unsere Vorfahren haben schon Zecken gehabt und dies auch überlebt!
  2. Nur 4% aller Zeckenstiche führen zu einer Infektion! Daher ist ein Zeckenstich kein Grund, prophylaktisch Antibiotika zu nehmen!
  3. Zecke baldmöglichst und vor allem richtig (ohne Quetschen) entfernen. Wenn dabei der Stechapparat (im Volksmund ?Kopf?) in der Wunde verbleibt, macht das gar nichts, denn dieser enthält keine Bakterien!
  4. Man kann die Zecke auf Borrelien untersuchen lassen. Dies kostet 25 Euro (das ist ein Selbstkostenpreis, da verdient keiner etwas) Ist sie negativ (wie in 85% aller Fälle), sind keine weiteren Maßnahmen nötig.
  5. Wie nach jedem Stich (etwa nach Mückenstichen) ist die Haut oft etwas gerötet. Dies ist völlig normal, wir nennen das primäre Stichreaktion. Diese klingt in wenigen Tagen ab.
  6. Zeichen einer zeckenübertragenen Infektion treten frühestens 7 Tage nach Stich auf. Niemand kann nach 24 Stunden schon Symptome haben.
  7. Eine Borreliose beginnt fast immer mit einer Wanderröte an der Stichstelle. Diese tritt frühestens nach sieben Tagen auf und ist dann schon mindestens 4 cm groß. Sie breitet sich langsam aus (etwa 3-5 mm/Tag). In seltenen Fällen beginnt die Infektion mit grippeartigen Symptomen und Muskelschmerzen zwischen dem 7. und dem 14. Tag. ►zum Arzt gehen!
  8. Eine FSME beginnt etwa zwischen Tag 6 und 10 mit hohem Fieber. Wenn eine solche Infektion stattgefunden hat, können wir praktisch nichts mehr tun ? also vorher impfen lassen! ►Trotzdem zum Arzt gehen!
  9. Bluttests machen frühestens nach einigen Wochen Sinn. Sie sind in den ersten Wochen nicht ganz zuverlässig. Es ist in jedem Fall unsinnig, die Therapie eines Erythema migrans vom serologischen Status abhängig zu machen.
  10. Eine Borreliose im Frühstadium lässt sich mit Antibiotika in Tablettenform praktisch zu 100 % heilen. Es ist blanker Unsinn, dass Borreliose unheilbar wäre.


Denken Sie bitte daran: Vor der FSME schützt nur eine vorbeugende, also rechtzeitige Impfung. Diese ist sehr gut verträglich und wird von den Kassen übernommen.

Also vorher impfen, nicht hinterher jammern!

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