11 - Ihr seid mein Dorf

SSK-Heerlager aus der Luft

Einer der schönsten Briefe, die ich je bekommen habe, stammt von einem kleinen Kind. Getippt hat ihn die Mutter.

Das war 2009, nach dem Markt in Hohenwestedt. Das Kind war so klein, dass es einen Hochstuhl brauchte. Den hatte es von einem unserer Leute bekommen, und dafür wollte es sich bedanken. Weil es nun mit uns allen auf Augenhöhe am Tisch und am Feuer sitzen konnte.

Es bedankte sich bei den beiden, die es so oft herumgetragen hatten, dass Mama und Papa auch mal in Ruhe über den Markt gehen konnten. Bei seiner „Marktoma“, die sich das ganze Wochenende gekümmert hatte. Und dann kam dieser Satz, sinngemäß: Mama und Papa danken Euch, dass sie diese Tage gemeinsam erleben dürfen, ohne auf mich zu verzichten. Und ohne auszulosen, wer von beiden darf und wer mit mir zu Hause bleiben muss.

Ohne auszulosen. Ich musste schlucken.

Denn genau darum geht es. Schwertkampf ist bei uns kein Hobby, für das Du Deine Familie am Wochenende allein lassen musst. Dein Partner kommt mit, auch wenn er noch nie ein Schwert in der Hand hatte. Deine Kinder kommen mit. Ihr baut Euer Zelt zwischen unseren Zelten auf, abends sitzt Ihr am Feuer, und gegessen wird gemeinsam. Die einen kämpfen, die anderen schauen zu, helfen in der Küche oder machen gar nichts. Auch das ist erlaubt.

Ich hatte dem Kind einmal von dem Sprichwort erzählt, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen. In dem Brief stand die Antwort:

„Ihr seid mein Dorf. Dafür liebe ich Euch.“

Dann stand da noch: Mama sagt noch acht mal Schlafen, dann bauen wir wieder auf.

Bei uns wird schon wieder gezählt.

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