
Wenn Du uns im Sommer bei einer Massenschlacht zusiehst, siehst Du das Ergebnis einer sehr kalten Turnhalle.
Bei uns beginnt das Turnier nämlich nicht auf dem Markt. Es beginnt im Winter, in der Jahnhalle in Pinneberg, bei drei Turnierproben. 2009 saßen wir dort im Januar in eisiger Kälte zusammen und überlegten, was wir mit dem Jahr anfangen wollen. Hinterher schrieb mir jemand, dass alle Erwartungen bei Weitem übertroffen wurden.
Zuerst braucht es eine Geschichte. Dafür haben wir eigene Autoren: Kämpferinnen und Kämpfer, die sich nicht nur am Schwert, sondern auch an der Feder bewährt haben. Niemand von uns ist ausgebildeter Schauspieler. Trotzdem finden sich jedes Jahr Leute, die mit Eifer in die Rolle des Bösewichts, des Herzogs oder der schrecklichen Herzoginmutter schlüpfen.
Dann wird es praktisch. Wer steht wo? Wer stürmt zuerst? Wie kommen 40 Kämpfer gleichzeitig auf den Platz, ohne sich gegenseitig umzurennen? Wir haben eine Generalprobe sogar schon mit Playmobil-Figuren gemacht. Das sieht albern aus, und es funktioniert.
Für die Einzelkämpfe suchen sich die Paare zusammen und trainieren. Das ist der Moment, in dem jemand sagt: „Dieses Jahr traue ich mich.“ Und jemand anderes antwortet: „Ich mache das mit Dir.“
Auf dem Markt wird dann noch einmal geprobt. In Öjendorf 2009 haben wir die Massenschlachten vor jedem Turnier zweimal geprobt. Auf einem Rasen, der entfernt an einen Acker erinnerte. Passiert ist nichts. Das ist kein Zufall. Das ist der Januar.
Wenn also das Publikum im Sommer klatscht und sagt: „Das sieht ja so leicht aus.“
Dann war es das Beste, was wir hören konnten. Und in der Jahnhalle war es trotzdem kalt.
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