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2013-08-02 Focus Online

Hype um Heavy-Metal-Festival: So ist Wacken wirklich

von FOCUS-Online-Gastautor Nils Macher

Wacken heißt Wahnsinn, Wut und Wirklichkeit. Das größte Heavy-Metal-Festival der Welt treibt jedes Jahr bis zu 85 000 Besucher in ein kleines Dorf nach Schleswig Holstein. FOCUS Online schickte einen Fan aus, um uns das ekstatische Treiben zu erklären.
So fängt alles an, wenn Mittwochabend ein Campingplatz in Norddeutschland aufgesucht wird. Aus der Anlage der Nachbarn ballert Death Metal von Cannibal Corpse. Die „Yippie Yippie Yeah, Krawall und Remmidemmi“-Rufe von Menschenmassen kommen allerdings nicht von den Nachbarn. Der selbst ernannte Alleinunterhalter Mambo Kurt treibt gerade auf der „Beergarden Stage“ die trinkfreudigen Partygänger zur Ekstase.

Der Wahnsinn hat einen Namen: Wacken Open Air, das Mallorca für Metalfans. Seit 1990 treffen sich nördlich von Hamburg Fans der etwas härteren Gangart, wenngleich es mittlerweile einige Zehntausend mehr sind. Mit der Metal-Szene hat das Event nur noch so viel zu tun wie eben nötig. Dennoch ist es jedes Jahr früher ausverkauft und an Bands mangelt es auch nicht.

Strip-Shows mit blutüberströmten Silikon-Schönheiten
Bevor am Donnerstag aber Größen wie Rammstein und Deep Purple harte Riffs auf den Acker bringen, reisen viele Metaller teilweise schon Montag an, um vor der eigentlichen Party schon ordentlich Party zu machen. Wacken ist das Festival der Kontraste. Nirgends liegen Metal und Ballermann so nahe zusammen. Die Mischung scheint aber zu funktionieren. Auch beim Nachwuchswettbewerb „Metal Battle“ verschlägt es viele Neugierige vor die Bühnen, schließlich kann man die Zeit bis zur Headliner-Show Rammsteins auch sinnvoll verbringen.

Wem dann aber Bands wie Candlemass, Kryptos oder Danzig zu viel des Metals sind, der vergnügt sich zu Honigwein, Mittelaltermusik und Showkämpfen im „Wackinger Village“. Auch Strip-Shows mit blutüberströmten Silikon-Schönheiten kann man besuchen, bevor es zum Auftritt einer der vielen Blechblaskapellen geht, die mal mehr oder weniger akzeptabel Rock-Klassiker verwursten.

30 Jahre auf der Bühne – Idealismus pur
Doch zurück zur Musik. Auf dem „härtesten Acker der Welt“ geben sich aufstrebende Acts und etablierte Szenegrößen die Klinke in die Hand. Die Düsseldorfer Sängerin Doro zum Beispiel ist seit ihrer Band Warlock ein fester Bestandteil der Metal-Szene, 30 Jahre auf der Bühne schaffen nicht viele Künstler. Auch Motörhead fällt in diese Kategorie. Obwohl Frontmann Lemmy aus gesundheitlichen Gründen sämtliche Festivals für den Sommer absagen musste, tritt er mit seiner Band in Wacken auf. Da sag mal einer, Idealismus zähle in dieser Größenordnung nicht mehr.

Wenn rosa Plüschhasen zu Metal rocken
Szenenwechsel. Freitagmorgen, immer noch der Campingplatz. Morgens um acht Uhr sind es schon weit über 20 Grad und die Meute erholt sich von der Rammstein-Show, die gestern Abend den Acker wortwörtlich in Schutt und Asche gelegt hat. Mehr Feuer, Pyro-Effekte und Entertainment geht einfach nicht, selbst Alice Cooper verblasst da mit seinen Bühneneinlagen. Auch für das Publikum eine schweißtreibende Angelegenheit. Der Kracher: Heino sang mit den Rammstein-Jungs im Duett.

Erbarmen kennt das Festival nicht. Fast rund um die Uhr donnert die Soundanlage wieder auf voller Lautstärke und sechs Bühnen lassen einem kaum eine ruhige Minute. Die gibt es dank der zahlreich anwesenden Party-Touristen (in Kostümen vom Star-Wars-Universum bis zum rosa Plüschhasen) auch nicht auf dem Weg von einer Bühne zur anderen. Dauerbelastung für Kopf und Glieder, das mehrtägige Spektakel ist nichts für empfindliche Zeitgenossen. Wenigstens nachts hat das Grundrauschen Pause. Wacken isst Seelen auf. Nils Macher arbeitet für „Powermetal.de„

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