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2013-07-29 Bergedorfer Zeitung

Klappe, die erste, für Fantasy-Film / Eltern-Kind-Projekt: Robert Kowalewski dreht mit Laien und Profis für "Das Geheimnis von Golombi"

Von Katrin Bluhm

Wüste Gesichter rauer Männer, Kampfgebrüll und aufeinander krachende Schwerter. Daneben laufende und auch fliegende Kameras, kurze knappe Anweisungen: "Ruhe bitte! Wir drehen!" All dies dominierte gestern den östlichen Teil der Lohe. Einer von elf Drehtagen zu "Das Geheimnis von Golombi" wurde verwirklicht. Wer nun denkt, ein Kinofilm mit großem Budget entstünde, der irrt. Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Robert Kowalewski (41) setzt ein Eltern-Kind-Projekt um, das er mit vier Reinbeker Familien in den Ferien auf die Beine stellt. Allerdings mit ehrenamtlicher Unterstützung von 80 Schwertkämpfern und einem professionellen Team.

Doch von vorn: "Die Kinder haben mit Robert kleine Filme gedreht", berichtet Peter Krause (41), Vater von Hauptperson Marvin (11). "Als die fertig waren, fragte er, was machen wir nun? Theater oder Film? Und die Kinder entschieden sich sofort für Film." So schrieb Robert Kowalewski (41) ein Drehbuch - eine Mischung aus realem Leben und Fantasy - eine richtig große Geschichte.

"Einige Bekannte haben prophezeit, dass wir mit 180 gegen die Wand fahren", sagt Kowalewski. "Aber den meisten, die ich gefragt habe, gefiel das Drehbuch und sie waren mit im Boot, unentgeltlich", sagt er. "Cinegate Hamburg sponsert die Technik mit zwei Kameras, Steady-Cam bis zum Hexacopter, einer fliegenden Kamera." Die Mütter Sandra Schulz, Swetlana Klassen, Yvonne Krause und Petra Reinhold, unterstützt von Nicole Wrigge, sammelten Spenden. "Nicht so einfach", merkt Sandra Schulz an. Sie übernahmen das Catering, suchten Drehorte und spielen selbst mit. Schauspieler, Kameraleute, Tontechniker, 80 Schwertkämpfer, Visagisten und Kostümbildner verzichten auf die Gage, damit das Projekt etwas wird. Allen voran nennt Kowalewski Jan Schuberth (Kamera) und Sam Sen (2. Regisseur und Darsteller). "Und wir dürfen sogar im Mittelalterdorf Höhne und im Kloster Lünen drehen", sagt der Regisseur, der auch gleich den Prinzen in dem Abenteuer spielt.

Richtig begeistert ist Kowalewski davon, dass Eltern und Kinder vor und hinter der Kamera aktiv sind. Sein Traum ist es, dass er den Film, der im Dezember fix und fertig sein soll, für einen Sender auf Spielfilmlänge ausbauen darf. "Es gibt sogar schon einen Interessenten. Dann würden auch alle für ihr Engagement entlohnt werden", sagt er.

Genauso wie alle anderen hat die Geschichte den vier Reinbeker Elternpaaren gefallen. Sie erzählt von Familien, in denen die Eltern keine Zeit für ihren Nachwuchs haben. "Natürlich erkennt man, dass die Problematik nicht weit hergeholt ist", betont Andreas Schulz, Vater von Tom (9). "Uns hat das Projekt auf jeden Fall dicht zusammengebracht", sagt der 54-Jährige.

Auf der Lohe machte sich parallel Gänsehautgefühl bereit. "Wenn die vielen Schwertkämpfer schreien 'für Golombi' und in die Schlacht stürmen, dann berührt es einen sehr", sagt Petra Reinhold, die mit den anderen Müttern Brote schmiert, Getränke verteilt. Abends muss sie noch vor die Kamera. "Die Tage sind sehr lang. Gerade für die Kinder. Aber sie sind begeistert von ihrem Projekt." Marie Klassen (9) findet es lediglich schwer, immer genauso zu spielen, wie der Regisseur es will. Marvin Krause (11) wünscht sich sehr, dass es auch nach Drehende weitergeht. "Es ist ein witziges Gefühl vor der Kamera in die Rolle des anderen Marvin zu schlüpfen. Es ist zwar anstrengend, aber einfach toll."

In der Zwischenzeit ist der Lärchenwald auf der Lohe Kunstnebel verhangen. Auf Kommando von Chef-Schwertkämpfer Heiko Schulz stürmen die dunklen Gesellen mit infernalischem Geheul aus dem Wald, um sich mit den Guten zu schlagen. Unter ihnen finden sich auch Claudia Malone (28, Informatikerin), Michael Hübner (39, Programmierer), Marc Weinhold (25, Mechatroniker) und Florian Schulz (27, Elektroniker). "Für uns ist das ein Riesenspaß, auch wenn wir sehr lange warten mussten", sagen die "Fliegenden Schwerter" aus Horn. Mindestens so viel Freude hat Benjamin Horneffer (29), der Fan des Live-Rollenspiels ist. Normalerweise trifft er sich mit Elfen, Orks und Magiern. Keinen hat der leichte Regen gestört. Alle freuen sich, bei diesem Projekt dabei zu sein.

 

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