
Über 125 Brötchen, 11 Fladenbrote, 11 Baguettes, über 120 Liter Apfelschorle, über 20 Liter Cola, 50 Stück Grillfleisch, 18 Dosen Suppe und ein Spanferkel.
Das ist kein Gedicht. Das ist Öjendorf 2009, ein einziges Wochenende. Und das waren damals noch wenige. Später haben wir in unserer Küche über 120 Personen verpflegt.
Wer glaubt, das Wichtigste auf einem Mittelaltermarkt sei das Schwert, war noch nie im Regen auf einem Markt. Ich sage es seit Jahren: Bei mittelalterlichen Märkten ist nichts so wichtig wie gutes Essen. Da kann das Wetter noch so schlecht sein, mit richtig gutem Essen kann man in der großen Gruppe alles ertragen.
Ich habe das ernst gemeint. Im Dezember 2012 sind meine Frau und ich an einem einzigen Tag über 900 Kilometer gefahren. In den Raum Frankfurt und Mainz und zurück. Für ein Küchenzelt. Es hatte gerade Wände, damit unsere Küche bei schlechtem Wetter arbeiten kann. Andere fahren so weit in den Urlaub.
Warum so ein Aufwand? Weil ein gemeinsames Essen viel mehr ist als satt werden. Da sitzt der Trainer neben dem Neuling, die Kinder sitzen zwischen den Erwachsenen, und der böse Herzog von heute Nachmittag reicht Dir das Brot. Du musst nichts leisten und nichts können. Du bist einfach dabei.
Eine Kämpferin beschrieb einmal, was ihr nach einem Markt zuhause als Erstes fehlte: das leise Murmeln derer, die schon am Lagerfeuer sitzen. Das gemütliche gemeinsame Frühstück. Der erste Kaffee aus der Stempelkanne, und wie die nächsten verschlafenen Gesichter aus den Zelten kriechen.
Das kann kein Kampf der Welt ersetzen.
Danke an alle, die jemals für uns gekocht, aufgefüllt und abgewaschen haben. Ohne Euch wären wir nur 100 hungrige Menschen mit Waffen.
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