03 - Formel 1 ist kein Roadmovie

Massenschlacht in einer SSK-Show vor Publikum

Hin und wieder stelle ich Videos bei Youtube online. Zu sehen sind in der Regel spektakuläre Kämpfer unserer Kämpfer. Es sind die Kämpfer der Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf.

Ich bin großer Fan von klaren Worten und verständlicher Sprache. Und so bin ich immer wieder verwundert, dass sich viele Heerlager lateinische Namen geben. Sicherlich war im Mittelalter Latein eine bedeutende Sprache. Aber daneben gab es sicherlich noch andere Sprachen. Deutsch zum Beispiel.

Und so heißt mein Unternehmen: "Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf". Das ist Deutsch und klar zu verstehen. Doch scheinbar nicht für alle.

Ich mache mit meinen Trainern und Kämpfern „SchwertSCHAUkampf“. Wir machen eine Show um den Schwertkampf. Wir machen Schaukampf mit dem Schwert. Das ist eigentlich ganz einfach, oder?

Aber es gibt immer wieder Personen, die uns kritisieren wollen und bei Youtube zu unseren Videos dumme Kommentare ablassen. Weil wir keinen echten Schwertkampf machen.

Warum sind die Kommentare dumm? Ganz einfach…

Stell dir vor, Georg Lukas (Regisseur) ruft Michael Schumacher (Formel1-Weltmeister) telefonisch an. Und Georg Lukas beschwert sich bei Michael Schumacher, dass die Übertragung des Formel-1-Rennes wirklich unprofessionell und seltsam war. So macht man kein Roadmovie. Die Geschichte hatte kaum Handlung, keine weibliche Hauptrolle und es gab keine Dialoge. So gewinnt man keinen Oscar.

Dieses Beispiel macht klar, dass ein Formel-1-Rennen überhaupt nichts mit einem Roadmovie zu tun hat. Es sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. Sicherlich, beide haben etwas mit Fahrzeugen zu tun, mehr aber auch nicht.

Ich führe eine Schule für SchwertSCHAUkampf. Diese Schule spielt nicht in der gleichen Liga wie die vielen historischen Fechtgruppen, vor denen ich persönlich großen Respekt habe. Wir unterrichten keine deutsche oder italienische Schule. Wir kämpfen nicht nach Thalhofer oder Lichtenauer.

  • Wir sind anders.
  • Ganz anders.
  • Und haben ganz andere Ziele.

Wir kämpfen mit dem Schwert nach unserer eigenen Art. Und wir machen das gut.

Unsere Verletzungsrate ist äußerst gering und die Stimmung in den Gruppen ist stets freundlich und aufgeschlossen. Wir sind schon so viele aktive Kämpfer, dass Großevents (z.B. Wacken, MPS) und Filmprojekte (z. B. Das Geheimnis von Golombi) auf uns aufmerksam geworden sind. Mittlerweile bewerben sich Marktveranstalter bei uns. Wir haben in der größten SSK-Massenschlacht über 90 ausgebildete Kämpfer zusammengestellt. Wir haben filmreif gekämpft.

Und so bin ich mittlerweile über diese Dummheit fast am Verzweifeln, wenn die nächste Person im Internet schreibt, wie unfähig wir sind.

Wahrscheinlich glaub diese Person auch, dass in einer Geisterbahn echte Geister leben.

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