
Einatmen. Stehen bleiben. Ach ja: ausatmen.
So hat ein Mann seine Minuten vor einem Auftritt mit uns beschrieben. Besser kann man es nicht sagen. Wer zum ersten Mal vor Publikum kämpft, muss sich an die grundlegenden Körperfunktionen erst wieder erinnern.
Ich kenne das. Jeder von uns kennt das. Dein Schwert wiegt plötzlich doppelt so viel. Der Platz ist riesig. Du hast den Kampf hundertmal in der Halle gemacht, und jetzt fällt Dir nicht einmal mehr der Name Deines Partners ein.
Und dann geht es los.
Was dann passiert, sehe ich jede Saison neu. Irgendwann läuft da jemand vom Platz, die Knie weich, die Hände zittern, das Gesicht rot. Und dieser Mensch fängt an zu erzählen. Ohne Punkt und Komma. Wie geil das war. Am Ende des Jahres 2012 habe ich mich genau bei diesen Menschen bedankt. Bei den Personen, die schlotternd vom Kampfplatz kamen und mit leuchtenden Augen erzählten.
Warum bedankt man sich dafür? Weil sie über ihren Schatten gesprungen sind. Das ist viel mehr wert als der schönste Kampf eines alten Hasen. Ein Kämpfer schrieb mir einmal nach Öjendorf: Es ist schon ein geiles Gefühl, wenn einem Kinder zujubeln und zum Abklatschen an der Absperrung stehen.
Das Lampenfieber kenne ich auch. Vor meinem ersten Kurs hatte ich große Angst, dass mich alle auslachen. Vielleicht gehört das dazu. Es zeigt, dass Dir etwas wichtig ist.
Wenn Du dieses Jahr zum ersten Mal auf den Platz gehst, dann merke Dir bitte nur eines.
Einatmen. Stehen bleiben. Ausatmen. Wir stehen neben Dir.
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